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Carmen Schroeder

Ich bin was man eine „echte Hamburger Deern“ nennt. Hamburgerin mit Leib und Seele. Seit fast 20 Jahren plane ich Events als Corporate Planner in der Finanzbranche. Seit 10 Jahren bin ich auch selbständig für Unternehmen und Privatpersonen tätig. Ich habe einige Jahre Eventmanagement unterrichtet und berate seit kurzem auch kleine Unternehmen und Künstler bei ihren Social Media/-Marketingmaßnahmen.


Women in events D.A.CH.: Was genau machst Du heute beruflich im Veranstaltungsbereich?

Carmen: Ich plane, organisiere und führe durch: Entertainment-, Info-/Infotainment- und Netzwerkveranstaltungen.

Wie bist Du dahin gekommen, was Du heute machst? Hast Du eine gezielte Ausbildung absolviert
(wenn ja, welche) oder bist Du Quereinsteigerin?

Ich bin keine echte Quereinsteigerin, ich bin mehr eine Mitentwickelte. Ich bin eine klassische Bankauffrau, die im Bereich Private Banking auch für Veranstaltungen zuständig war, als es noch gar keine Veranstaltungskaufleute gab. Als die Ausbildung für Veranstaltungskaufleute bereit für die Weiterbildung zum Veranstaltungsfachwirt war, habe ich diesen (Abschluss 2013) bei der HK in Hamburg gemacht. Im Februar 2022 habe ich bei der HK eine Fortbildung zur Social Media Managerin gemacht, da dies mittlerweile auch zu den Aufgaben eines Veranstaltungsplaners gehört.

Warum hast Du Dich seinerzeit für diesen Beruf und diesen Weg entschieden?

Ich war schon immer gerne eine „pingeliger“ Gastgeberin und achte gerne darauf, dass eine Veranstaltung für den Veranstalter ebenso seinen Wünschen und Zielen entspricht, wie dem Gast. Die Kombination aus nahezu all meinen Skills als Eventplanerin bei der Quirin Privatbank zu vereinen, empfinde ich als Privileg. Ich verstehe die Materie/Branche und die Eventseite.

Was begeistert Dich an Deinem Beruf?

Ich mag die Vielfältigkeit der Aufgabe, die Möglichkeit, immer wieder einen neuen Rahmen zu finden und Gäste zu überraschen. Ich mag die Bindungen, die bei Veranstaltungen entstehen.

Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen sind für Deinen Beruf
besonders wichtig und wie hast Du Dir diese angeeignet?

Eine natürliche Portion Gastgeber-Gen sollte man haben. Lust, eine Dienstleisterin zu sein. Perfektionistin bei der Umsetzung der Wünsche des Auftraggebers zu sein und eine natürliche Neugier für Neues und Anderes. Theoretisches Fachwissen zB. im Bereich Technik und/oder Recht zu haben, sind ebenso wichtig. Wenn ich nicht verstehe, wovon mein Gegenüber spricht, kann ich nicht beurteilen, ob er der richtige Partner ist und sein Angebot gut ist. Fachwissen kann man erlernen. Vieles lernt man aber auch durch Beobachtung der „alten Event-Hasen“.

Welche Eigenschaften sind für „Neue“ in unserer Branche von Vorteil?

Strategisches Denken, Einfühlungsvermögen, Interesse an Menschen.

Wie hat sich für Dich der Veranstaltungsbereich oder auch Dein direkter Bereich in den letzten 5-
10 Jahren verändert?

Eventplaner werden immer mal wieder in größeren Unternehmen eingesourced, dann wieder outgesourced. Der Wert von Veranstaltungen zur Kundenbindung ist heute höher angesehen, als vor 10 Jahren. Auch ein kleiner Betrieb kann durch eine Beziehung zu seinen Kunden einen Wettbewerbsvorteil haben. Corona hat uns alle in die Onlinewelt geschubst. Das hat Vorteile und Nachteile. Aber immerhin hat es fast jeder ausprobiert und möglicherweise eine andere/offenere Einstellung dazu. Begegnungen sind ein Beziehungselexier. Auch mal Online, aber mehr Vis-a-Vis.

Wie schätzt Du die aktuelle Lage in unserer Branche ein, auf was müssen sich Kolleginnen und
Kollgen einstellen, die jetzt in unserer Branche starten?

Ich fürchte, es wird noch eine ganze Weile schwierig bleiben, so zu veranstalten, wie wir es gewohnt waren. Überall fehlt Personal, besonders qualifiziertes Personal. Ob es der Messebauer ist, der keine Kapazität hat, oder der Caterer, dem Köche fehlen oder Servicepersonal.. Ein gutes und verbindliches Netzwerk wird immer wichtiger.

Man hört immer wieder, dass Berufsstarter mehr Wert z.B. auf Aspekte der Work-Life-Balance
legen. Liegen die Ansprüche und Vorstellungen zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen
zu weit auseinander?

Wahrscheinlich ein bisschen. Wir sind es gewohnt und sind bereit, für die Freude an der Arbeit auch mal Privates zurückzustellen. Ich finde ein Bewusstsein für die richtige Balance gut. Wir können uns sicher annähern.

Wie sollte sich unsere Branche entwickeln, damit sie für Nachwuchskräfte attraktiv bleibt?

Sie sollte schlicht mehr wertgeschätzt werden. Wir sind ein wichtiger Faktor in der Wirtschaft, in jeder Branche, die uns beauftragt. Viele Menschen wissen nicht, wie lange es dauert, wie viel Arbeit darin steckt, ein gutes Event zu planen und durchzuführen, weil sie nicht sehen/wissen, was alles dazu gehört. Und die Branche in sich sollte sich auch etwas mehr wertschätzen.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen, liebe Carmen!
Team Women in events D.A.CH.

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